Keine Torhüter und 2902 Zuschauer in Sporthalle Ost
21.02.2012 - GIESSEN
GIESSEN (am). In all den Turbulenzen um die personelle Entwicklung bei der HSG Wetzlar und die Abstiegsnöte beim TV Hüttenberg ist eine Besonderheit des Handball-Derbys am Freitag fast unter den Tisch gefallen. Erstmals in einer Bundesliga-Partie kamen beide Mannschaften ohne Torhüter aus. Geht nicht, sagen jetzt Kenner der Sportart. Stimmt nicht, erheben die über 2900 Besucher Einspruch bei dieser Aussage. Dann haben sie aber nicht richtig hingeschaut. Nicht auf die Anzeigetafel geschaut. Denn durch den Umzug der Hüttenberger in die Gießener Sporthalle Ost nutzten diese auch die Annehmlichkeiten des Stammnutzers, des Basketball-Bundesligisten LTi Giessen 46ers. Und damit auch besagte Anzeigetafel mit ihren Möglichkeiten.
„Einfach weggelassen“
Unter anderem mit der Möglichkeit, neben Spielstand, Spielzeit und Zeitstrafen auch die Namen der Akteure anzuzeigen. Doch da beim Handball im Gegensatz zum Basketball 14 statt zwölf Spieler eingesetzt werden können, reichte der dafür vorgesehene Platz nicht für die kompletten Mannschaften von TVH und HSG. „Da haben wir einfach die Torhüter weggelassen“, erklärte Gießens Sportamtsleiter Tobias Erben das Spiel ohne Keeper.
Die volle Kulisse nahm jedenfalls keinen Anstoß daran. Erben erläuterte auch einmal mehr die Zulassungskapazität der Osthalle bei Handballspielen. „Die Zusatz-Stehtribünen an der Stirnseite beim Basketball sind jeweils für 450 Zuschauer konzipiert. Somit ist die Zuschauer-Kapazität auf genau 2902 beschränkt“, erklärte der Sportamtsleiter.
Da diese Karten aber alle geordert waren (bei einer noch wesentlich größeren Nachfrage), zahlte sich für Martin Volk von der Hüttenberger Marketing GmbH trotz der 22:26-Niederlage des TVH der Wechsel nach Gießen aus: „Der Umzug ist auch ein wesentlicher Faktor, um Einnahmen zu generieren. Und wir haben hier Heimatmosphäre geschaffen. Die Halle war ausverkauft und die Stimmung hat sich erst mit dem Spielverlauf gedreht.“
So geht es im nächsten Heimspiel am 4. März (Sonntag) erneut in der Sporthalle Ost (und erneut vor 2902 Zuschauern) gegen den HSV Hamburg. Und erneut ohne Torhüter.