Killerspiele - die Vorbereitung auf den nächsten Amoklauf?
Nach dem Amoklauf von Winnenden wird von Politikern über die Gefahr von so genannten "Ego-Shootern" diskutiert. Der Amokläufer hatte solche so genannten Killerspiele auf seinem Computer installiert. Bei Spielen wie diesen müssen die Spieler Aufgaben erfüllen, wie etwa Geiseln retten, Bomben entschärfen oder sogar das gegnerische Team ausschalten. Dennoch geht es hauptsächlich um den unterhaltsamen und sportlichen Aspekt. Viele Spieler sehen die Spiele als Übung an, da Reaktion, Koordination und Teamfähigkeit geschult werden.
15 Millionen Nutzer In den "Ego-Shootern", die von rund 15 Millionen Personen in aller Welt gespielt werden, werden die Spieler in eine virtuelle Welt von Waffen, Terror und Gewalt entführt. Die Medien und die Politik geben dieser Tatsache die Schuld an der Aggressivität der Spieler, aber es gibt noch andere Faktoren wie die Umstände in der Familie oder in der Schule. Mit diesen Problemen sollten sich Politiker auch beschäftigen und nicht nur damit, ob Spiele wie "Counter-Strike" gewaltfördernd sind.
Allerdings kann sich durch den Druck in der Schule oder das Mobbing durch Mitschüler eine gewisse Aggressivität entwickeln, die bei manchen dazu führt, dass sie sich in virtuelle Welten flüchten. Wenn man dann zu Hause niemanden zum Reden hat, tut es gut, sich dort überlegen zu fühlen. Ab diesem Zeitpunkt kann es vorkommen, dass der Spieler die virtuelle Welt nicht mehr von der realen Welt unterscheiden kann, was führt dazu, dass er sich keine Gedanken mehr über seine Handlungen macht und dann, falls er Amok laufen sollte, denkt, dass wie im Spiel in der nächsten Runde wieder alle leben.
Allerdings kommt hinzu, dass ein Amokläufer einen Zugang zu Waffen benötigt, doch dies ist nicht bei jedem Spieler der Fall. Diese Spiele sind im Handel außerdem mit einer Altersbeschränkung gekennzeichnet und sind nicht unter 16 beziehungsweise 18 Jahren zu kaufen. Von Personen in diesem Alter wird eine gewisse Selbstbeherrschung erwartet, sich nicht zu sehr in einen "Ego-Shooter" hineinzuversetzen.
Wenn man den "Games" die Schuld an Amokläufen wie Winnenden gibt, dann sollten sie verboten werden. Allerdings wurden bisher keine Spiele verboten, da nie bewiesen wurde, dass sie der ausschlaggebende Grund für einen Amoklauf waren.
Nach unserer eigenen Meinung sind andere Faktoren die ausschlaggebenden Gründe für Amokläufe und nicht die Spiele. Sie üben einen abreagierenden Effekt auf die Aggressivität der Spieler aus. Trotzdem sollten man diese Spiele immer noch mit Vorsicht genießen, aber sie sollten nicht dafür missbraucht werden, Amokläufe zu erklären.
Paul Karyszkowski und Peter Adam, Klasse 9bG, Vogelsbergschule Schotten