ÜBERGABE Zum Dank spenden Peter und Christine Franz der Mittelstufenschule Defibrillator
NIDDA - (det). "Der 13. November 2014 ist der Tag, an dem uns unser Sohn zum zweitenmal geschenkt wurde!" - das steht für Diana und Peter Franz aus Ober-Lais fest. An diesem Donnerstag hatte der zwölfjährige Leon, Schüler der Mittelstufenschule Nidda, Sportunterricht. Er wollte sich nach einer Aufwärmübung die Schnürsenkel seiner Schuhe neu binden. Dabei kippte er von der Bank, lag reglos am Boden, war nicht ansprechbar.
Die Sportlehrer Christine Schulz und René Weber konnten keinen Puls mehr tasten - ein lebensbedrohlicher Zustand! "In solchen Extremsituationen macht man automatisch das Richtige. Ein Glück, dass wir Sportlehrer immer wieder unsere Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen müssen", erinnert sich Christine Schulz. Sie leistete Herzmassage und künstliche Beatmung, Weber alarmierte den Rettungsdienst, wechselte sich dann mit Schulz beim Reanimieren ab. Hausmeister Nenad Todorovic, beim Deutschen Roten Kreuz aktiv, half beim schonenden Transport in den Rettungswagen.
Leons Mitschüler waren sehr diszipliniert, hatten sich still zurückgezogen, um die Rettungsaktion nicht zu stören. In der Gießener Klinik musste Leon tagelang intensivmedizinisch betreut werden, aber der behandelnde Kardiologe konnte den Eltern Mut machen. Ein Störungsbild wie das Leons komme insbesondere bei Jungen zwischen zehn und 18 Jahren häufiger vor, könne aber gut therapiert werden. Inzwischen geht Leon längst wieder zur Schule, wird schrittweise wieder am Fußballtraining teilnehmen können.
Am Donnerstagnachmittag kam er mit seinen Eltern in die Turnhalle, um einen Defibrillator zu überreichen, den die Familie der Schule spendete. Das lebensrettende Gerät, ein so genannter Externer Schockgeber, ist sprachgestützt und selbsterklärend. Dennoch wird der Rettungssanitäter Ulrich Schäfer (Bleichenbach) für die Lehrkräfte eine Einweisung machen. Der Defibrillator wird im Regieraum der Turnhalle deponiert, wo er im Notfall nicht nur in den Klassen, sondern auch in den Turngruppen Erwachsener eingesetzt werden kann.
Schulleiterin Christa Oechler nahm die Spende mit Dankesworten entgegen. Während sich Leon nicht an das Erlebnis erinnern kann, ist die Sorge um ihren Sohn den Eltern noch anzumerken. Sehr bewegt kam ihr Dank an die Ersthelfer. "Hoffentlich kommt das Gerät, das Sie so großzügig gespendet haben, nie zum Einsatz", sagte Bürgermeister Hans-Peter Seum, der zudem den Lehrern Respekt und Anerkennung für Leons Rettung aussprach.
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