17 Jahre vergehen bis zum ersten Spatenstich
03.09.2010 - KOHDEN
(wk). Es sei eine der letzten Maßnahmen dieser Größenordnung, welche die Stadt Nidda stemmen werde, erklärte Erster Stadtrat Reimund Becker bei der Besichtigung der Baustelle „Ober der Steingasse“. Das Land Hessen investiert rund 400 000 Euro, die Kommune rund 150 000 Euro in die Baumaßnahme.
Seinen Ursprung hatte das Projekt Anfang der 90er Jahre, als der Ortsbeirat Kohden beantragte, die engen Zufahrten zum Neubaugebiet „Ober der Steingasse“ durch eine Straße mit einer Anbindung zur B 457 (Nidda-Harb) zu entlasten.
Es sollten 17 Jahre vergehen, bis die Planungen und die Finanzierung standen, vor drei Monaten folgte der erste Spatenstich. Seitdem fressen sich die Bagger durch die Gemarkung. „Es musste sehr viel Erdreich bewegt werden“, erklärte Michael Buhle vom gleichnamigen Ingenieurbüro. Die Vorgaben des Landes sehen vor, dass aus dem bisherigen, nur für Anlieger zugelassenen Feldweg eine „richtige“ Straße wird. Das bedeutet, die Fahrbahn muss rund 5,5 Meter breit sein. Links und rechts müssen Sicherheitszonen in einer Breite von 2,5 Metern gebaut werden. Zusätzlich muss ein kombinierter Fuß- und Radweg gebaut werden. Außerdem musste wegen der Topografie des Geländes Erde abgetragen werden.
Buhle erläuterte, dass die Straßenbaubehörde vorschreibe, dass bei Regen kein Wasser von der neuen Verbindung auf die Bundesstraße fließen darf. Daher habe man nicht nur die Trasse der Fahrbahn absenken müssen, um den Steigungswinkel zu verkleinern, sondern auch eine aufwendige Entwässerung im Grund neben der Straße installieren müssen, um das Oberflächenwasser dem Erdreich und nicht einer zu installierenden Kanalisation zuzuführen. In den kommenden Tagen und Wochen müssen Autofahrer auf ihrem Weg von Nidda in Richtung Harb bis Ende Oktober mit Verkehrsbehinderungen rechnen. Dann dürften die Erdbewegungen entlang der Straße so weit abgeschlossen sein, dass die Linksabbiegerspur aus Richtung Harb errichtet werden kann. Parallel wird eine Rechtsabbiegerspur von Nidda her gebaut. Während der beiden Baumaßnahmen wird der Verkehr durch eine Ampel geregelt. Die Abbiegespuren sind eine Auflage der Straßenverkehrsbehörden, um einen reibungslosen Verkehrsabfluss in Richtung Kohden zu gewährleisten.
Nach der Fertigstellung der Maßnahme soll durch einige neue Regelungen des Verkehrsflusses im Ortsbereich von Kohden, zum Beispiel in Form von Einbahnstraßen, die Zufahrt zum Wohngebiet „Ober der Steingassse“ geregelt werden, erklärte Becker. Das alles soll letztendlich nach 17 Jahren zur gewünschten Entlastung des Ortskerns führen.