"Theomobil" sorgt für Mobilität im ländlichen Raum
19.02.2010 - NIDDA
(pd). Einen Bescheid über einen Zuschuss in Höhe von 19 500 Euro überreichte Landrat Joachim Arnold jetzt Christian Leibner vom Dekanat Nidda. Damit wird das "Theomobil" finanziert, ein Kleinbus mit einem Anhänger. "Kirchliche Träger sind wichtige Akteure, wenn es um die Entwicklung und Zukunftssicherung ländlicher Räume geht", sagte Arnold bei der Übergabe. Das "Theomobil" sei im buchstäblichen Sinn Kirche unterwegs und bringe ein Stück Mobilität in den ländlichen Raum.
Hintergrund für diese Förderung ist das Integrierte Regionale Entwicklungskonzept, kurz IREK, des Vereins Oberhessen. Vor zwei Jahren wurde Oberhessen vom hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz als eine von 20 Regionen in Hessen als LEADER-Region anerkannt. LEADER wiederum ist ein Programm der EU, das die Förderung des ländlichen Raums zum Ziel hat. "Es geht um nicht weniger als um die Sicherung und Entwicklung Oberhessens als attraktiven Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum", sagte Arnold. Das bedeute, die regionale Wertschöpfung zu verbessern, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen und so die Wirtschaftskraft dauerhaft zu stärken.
Erstmals in Hessen komme eine kirchliche Einrichtung in den Genuss eines Zuschusses aus dem LEADER-Programm. "Das ist ein nicht zu unterschätzendes Signal", betonte Arnold. "Es ist gelungen, eine Grundsatzklärung zu erreichen. Dabei geht es um die Förderfähigkeit von Projekten kirchlicher Träger, die am Gemeinwohl orientiert sind. Sie können nun eine gleich hohe Förderquote wie öffentliche Antragsteller erhalten. Das war bislang nach den Richtlinien nicht oder nicht in dieser Form vorgesehen."
Zum Dekanat Nidda gehören nicht nur die Kernstadt, sondern auch die umliegende Region um Ranstadt, Hirzenhain und Echzell. Kirchliche Aktivitäten finden zumeist in der Kernstadt Nidda statt, während die umliegenden Gemeinden wenig von den Angeboten profitieren, da die Wege weit und die Busverbindungen unzureichend sind. So entstand die Idee einer mobilen Jugendarbeit - mit einem Wohnwagen und einem neunsitzigen Kleintransporter, der in den Gemeinden des Dekanats unterwegs ist und dort zum Mittelpunkt bei verschiedenen Veranstaltungen wird. "Mit der mobilen Jugendarbeit gehen wir auf die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen ein und holen sie dort ab, wo sie wohnen und ihre Freizeit verbringen", sagte Arnold.
Ein Schwerpunkt des Projekts wird die sogenannte "aufsuchende Jugendarbeit" sein. Dazu gehören Jugendtreffs, die Arbeit mit Kindergruppen, Elternarbeit, Veranstaltungen der Jugendvertretung des Dekanats oder ein Stand bei Jugend- und Kirchentagen.
Bisher wurden in der von der EU anerkannten Region Oberhessen 17 öffentliche und private Projekte mit einem Zuschussvolumen von 530 000 Euro und einem Investitionsvolumen von 1,2 Millionen Euro gefördert. Allein 2009 wurden in Oberhessen 13 Projekte bewilligt.