In 400 Metern Höhe mit den Vögeln um die Wette fliegen
15.07.2011 - NIDDA
20 Kinder begleiten im Rahmen der Ferienspiele Segelflug-Piloten über Nidda
(ih). Mit den Vögeln um die Wette fliegen... Das konnten jetzt 20 Kinder im Rahmen der Ferienspiele der Stadt Nidda. Der Fliegersportklub hatte bei schönstem Sonnenschein den Doppelsitzer, einen Twin Astir, aus dem Hangar auf die Wiese des Segelfluggeländes geschoben. Neugierig lauschten die kleinen „Co-Piloten“ den Erläuterungen, erwarteten mit Spannung den Moment, an dem sie hinter dem Piloten sitzend in die Lüfte steigen durften.
Flugleiter Walter Pöllmann zeigte sich zuversichtlich: „Im Augenblick hat die Sonneneinstrahlung noch nicht zu einer größeren Thermikblase geführt. Die Flüge dauern jetzt zwischen acht und zehn Minuten. Das wird sich aber noch verbessern.“ In diesem Moment landete der kleine Segler mit Maximilian im Fonds, auf Bahn null-vier, das heißt Richtung Hoherodskopf. Jetzt ist Moritz an der Reihe. Er sieht zu, wie sein Bruder begeistert aus dem Flieger klettert. „Ich konnte dem Piloten sogar die Rabensteinklinik von oben zeigen“, freute er sich. Pilot ist der Jugendwart Sascha Müller: Er legt seinem neuen „Co-Piloten“ den Fallschirm an.
Dann geht es los, auf Bahn zwei-zwei, Richtung Geiß-Nidda: Hinter dem Hügel steht der große Laster mit dem 330 PS starken Motor, der eine Seilwinde antreibt. Aufgabe des Windenfahrers ist es, das Segelflugzeug möglichst gefühlvoll auf Höhe zu bringen, also auf 300 bis 400 Meter. Das schafft er in 30 Sekunden. Das Segelflugzeug fliegt rund 100 Kilometer pro Stunde schnell, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 250 Km/h. Mirco Scholz, Pilot und Vorstandsmitglied, erklärt lachend die Mindestleistung: „Unter 70 Kilometern pro Stunde fliegt es einfach nicht mehr.“ Flugleiter Pöllmann, am Tisch mit Telefonapparat, Sprechfunkgerät und der für die Fliegerei unabdingbar auf Greenwich Mean Time eingestellten großen Uhr, beobachtet prüfend den Startvorgang. Dann nickt er: „Seil fällt. Schleppende.“ Jeder Flug wird urkundlich in der Fliegerkladde vermerkt, das ist Pflicht. Schnell stellt er fest: „Die Thermik wird immer besser, jetzt kreist das Segelflugzeug sogar stabil über Bad Salzhausen.“ Klasse für Dominik und André und die sechzehn weiteren Kinder, die ihren Flug noch vor sich haben. Der Fliegersportklub, der 20 aktive und 30 passive Mitglieder zählt und neben dem Doppelsitzer noch über drei Segelflugzeuge und einen Motorsegler verfügt, hält bis kommenden Sonntagnachmittag sein Fliegerlager. Dann wird an jedem Tag geflogen. Interessenten, die es den Kindern nachmachen und sich ebenfalls in die Lüfte schwingen wollen, sind jederzeit herzlich willkommen.