Dienstag, 07. Februar 2012 13:32 Uhr
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Kreis-Anzeiger

Landkreis 

"Migration ist nur ein Baustein"

08.07.2010 - WETTERAUKREIS

Kreisbeigeordneter Veith strebt Beitritt der Kreisverwaltung zur "Charta der Vielfalt" an

(pd). Seit März 2007 gibt es in Deutschland die "Charta der Vielfalt". Kerngedanke dieser Unternehmerinitiative ist es, die Vielfalt der Mitarbeiter anzuerkennen, wertzuschätzen und in die Unternehmenskultur einzubeziehen. Erster Kreisbeigeordneter Oswin Veith strebt an, dass auch der Wetteraukreis der "Charta der Vielfalt" beitritt. "Der Wetteraukreis wäre der zweite Kreis in Hessen, der sich der Initiative anschließt", sagt Veith.

Die moderne Gesellschaft zeigt ein vielfältiges Gesicht, das durch die Globalisierung und den demografischen Wandel noch unterstrichen wird. Diese Vielfalt prägt das wirtschaftliche Leben und bezieht sich nicht nur auf die Themen Migration und Einwanderung. "Migration ist nur ein Baustein unserer gesellschaftlichen Vielfalt", sagt Veith, der eine Stabsstelle Integration in seinem Dezernat eingerichtet hat. Die "Charta der Vielfalt" geht weiter, wenn sie formuliert: "Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren - unabhängig von Geschlecht, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität."

"Wo Menschen aufeinander treffen herrscht Vielfalt, die wir anerkennen, wertschätzen und in unsere Verwaltungskultur einbeziehen wollen", sagt Veith. Es gehe um Toleranz und Fairness, so der Dezernent. Aspekte, die mit Blick auf den demografischen Wandel und den Bedarf an Fachkräften von Bedeutung seien. Nicht zuletzt seien Mitarbeiter, die Wertschätzung erfahren, deutlich motivierter.

"Bestes aktuelles Beispiel für die wachsende Vielfalt unserer Gesellschaft ist die deutsche Nationalelf in Südafrika", sagt Veith und denkt dabei an den türkischstämmigen Fußballer Mesut Özil. Elf der 23 Spieler im deutschen WM-Kader hätten eine Migrationshintergrund. "Ihre Vielfalt bereichert die Mannschaft", bringt Veith es auf den Punkt.

Die "Charta der Vielfalt" ist eine Initiative von Unternehmen, die die Vielfalt in ihren Betrieben fördern wollen. Unterstützt wird sie von Maria Böhmer, Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Schirmherrschaft übernommen. Die Wurzeln der Idee liegen in Frankreich, wo inzwischen mehr als 2250 Firmen die "Charte de la diversité" unterschrieben. Im Dezember 2006 wurde sie in Deutschland von den Unternehmen Daimler, der BP Europa, der Deutschen Bank und der Deutschen Telekom ins Leben gerufen. Startschuss war der 21. März 2007, als weitere 32 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen der Initiative beitraten. Inzwischen haben mehr als 800 kleine, mittlere und große Unternehmen die Charta bisher unterzeichnet.


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