Information zum Thema Fluglärm unbefriedigend
03.02.2012 - WETTERAUKREIS
(mig/red). Keinen leichten Stand hatten Gregor Thamm und Christian Zwiener vom Umweltmanagement der Deutschen Flugsicherung. Sie standen am vergangenen Montag dem Ausschuss für Regionalentwicklung, Umwelt und Energie unter Vorsitz von Gerhard Salz (Grüne) Rede und Antwort. Dazu geladen waren auch Vertreter der Wetterauer Kommunen. Nach Angaben von Salz machten 45 Personen (darunter viele Bürgermeister) von dem Angebot Gebrauch und informierten sich aus erster Hand zum Thema Fluglärm. Büdingens Rathauschef Erich Spamer sprach später in seinem Fazit davon, er habe den Eindruck, man wolle zunächst mal beschwichtigen. „Befriedigend war das nicht.“ Spamer hatte während der Veranstaltung mehrfach das Wort ergriffen.
Für 2008, so Thamm und Zwiener von der Flugsicherung, wurden 400 000 Flugbewegungen, Starts und Landungen registriert. Im Jahr 2020 soll diese Zahl auf 700000 steigen, das sind rund 2000 Flugbewegungen pro Tag. Das war auch der wesentliche Grund für den Bau der Nordwest-Landebahn. Mit der Inbetriebnahme im November sind die derzeit 90 Flugbewegungen pro Stunde gut und ohne Warteschleifen für die Flugzeuge zu bewältigen. Wie es im Jahr 2020 bei dann stündlich 126 Flugbewegungen aussieht, kann freilich niemand vorhersagen.
Bei der Frage der Flugrouten kommt der Fluglärmkommission eine zumindest beratende Rolle zu. Der Fluglärmkommission gehören die Anrainer an, freilich bislang ohne den Wetteraukreis, da der nach der bisherigen Lesart kaum betroffen sei. Dass sich dies geändert hat, belegt die rege Teilnahme und aktuelle Diskussion. Landrat Joachim Arnold (SPD) machte denn auch deutlich, dass der Wetteraukreis hier künftig mitwirken will.
Insbesondere bei Westwindlagen, die herrschen zu 75 Prozent der Tage, ist die Wetterau zunehmend betroffen. Durch den Parallel-Verkehr schwenken die Flugzeuge, zunächst von Osten kommend, über Florstadt, Wöllstadt, Friedrichsdorf ein, ändern die Richtung um 180 Grad und fliegen dann in einer Höhe von etwa 1800 Metern über Bad Vilbel, Schöneck, das südliche Limeshain und das südliche Büdingen erneut nach Osten, um über dem Spessart in einer weiteren 180 Grad-Kurve zum Landeanflug auf die Nordwestlandebahn einzuschwenken. Über Bad Vilbel kommen dann auch die Flugzeuge direkt aus Nordwesten und Westen herunter, während die südliche Landebahn von Flugzeugen aus Osten angeflogen wird. „Insgesamt“, so Arnold, „konnten von wichtigen Fragen viele nur unbefriedigend beantwortet werden“. Der Wetterauer Landrat verlangt eine stärkere Einbindung des Kreises. Ausschussvorsitzender Salz indes kündigte an, dass die Grünen im Kreistag demnächst einen für alle Parteien tragbaren Antrag einbringen, in dem unter anderem auch die Forderung nach Lärmmess-Stationen formuliert wird.