Nachwuchs mit großen Karrierechancen
17.10.2011 - STOCKHEIM
Von Michael Giers
Wer ins Büro des Stockheimer Supermarkts kommt, sieht schnell, was Sache ist. Bewerbungen junger Leute liegen fein säuberlich geordnet auf dem Schreibtisch. Es hat sich herumgesprochen, dass der selbstständige Rewe-Kaufmann Rainer Lapp sehr erfolgreich ausbildet und jenen „Eigengewächsen“ danach bemerkenswerte Karrierechancen eröffnet. So ist es nicht verwunderlich, dass Lapp von der renommierten Fachzeitung „Lebensmittel-Praxis“ mit der Auszeichnung „Ausbilder des Jahres 2011“ versehen wurde. Und das in direkter Konkurrenz mit anderen Handelsriesen wie Lidl, Metro, Aldi, Globus, Tegut oder Edeka.
Was bedeutet Lapp, der Supermärkte in Stockheim, Ranstadt, Goldbach, Sinntal-Sterbfritz und demnächst auch im ehemaligen Büdinger Joh-Gebäude betreibt (Eröffung voraussichtlich im Mai 2012), eine solche Auszeichnung? „Das ist für mich schon etwas Besonderes und bestätigt mich in der Auffassung, die Ausbildung junger Menschen bei meiner Tätigkeit in den Mittelpunkt zu stellen.“ Auch biete er ihnen berufliche Perspektiven, die einen Anreiz darstellen, besonderes Engagement an den Tag zu legen.
Drei Beispiele mögen dies auf eindrucksvolle Art unter Beweis stellen.
Maria Konrad ist im Stockheimer Markt tätig und versieht die ihr gestellten Aufgaben mit außergewöhnlicher beruflicher Leidenschaft. Ihre Ausbildung begann sie vor zweieinhalb Jahren. Sie ist Mutter und bekommt das Ganze unter einen Hut: Kinderbetreuung sowie berufliche Herausforderung. Maria Konrad: „In dieser Hinsicht ist man mir hier sehr entgegen gekommen. Flexible Arbeitszeiten, die auf meine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind, vereinfachen meinen Arbeitsalltag erheblich.“ Lapp: „Um in Zukunft gute junge Leute für eine Ausbildung zu gewinnen, muss ein Arbeitgeber alte Zöpfe abschneiden und ein erhebliches Maß an Innovation einbringen.“
Was dabei herauskommt, erkennt man auch bei Michael Dursum, dem jungen Marktleiter in Stockheim. Er kommt aus Linden bei Gießen, hat sein Fachabitur abgelegt und im Zuge der am 1. August 2006 begonnenen Ausbildung in der Lappschen Firma und dem ihm zugestandenen Freiraum bei der IHK das Diplom „Handelsfachwirt“ erworben. Jetzt ist er Marktleiter, strebt längerfristig die Selbstständigkeit an. Lapp: „Dabei werde ich ihm innerhalb des Rewe-Konzerns behilflich sein.“ Mittelfristig wird Dursum im Auftrag seines Chefs jedoch zunächst mal den neuen Rewe-Markt in Büdingen übernehmen, um dort gemeinsam eine Einrichtung aufzubauen, die alles Bisherige etwas in den Schatten stellt. Rückblickend zieht Dursum das Fazit: „Als ich anfing bei Rewe, wurde ich schnell ins kalte Wasser geworfen, aber ich habe mich freigeschwommen.“ Das passt zu Rainer Lapps Konzeption: „Junge Menschen sollten zügig Verantwortung übernehmen.“
Dies hat auch Stefan Rösch aus Ranstadt getan. Er schaffte seinen Abschluss am Büdinger Gymnasium und durchlief dann das spezielle Abiturientenprogramm des Rewe-Konzerns, was ihm auf theoretischer Ebene schon früh die nötigen Führungskenntnisse zukommen ließ. Das Praktische erlernte er bei der Ranstädter Marktleiterin Marianne Kraft. Diese gelungene Symbiose ließ Rösch rasch Karriere machen. Schon jetzt leitet er den Goldbacher Supermarkt von Rainer Lapp, worauf auch Letztgenannter stolz ist: „Insgesamt habe ich schon sechs junge Leute ausgebildet, die jetzt innerhalb der Rewe-Gruppe erfolgreich als Selbstständige tätig sind.“ Aber auch im kleineren Bereich gibt der Kaufmann dem Nachwuchs eine Chance. So absolviert in den Herbstferien der Gymnasiast Kai Strauch ein Praktikum im Stockheimer Markt. Etliche Kunden kennen ihn schon von der Kasse.
All dies hat dazu beigetragen, dass Lapp in einem bekannten Bonner Hotel in der Kategorie „selbstständige Einzelhändler“ die Auszeichnung „Ausbilder des Jahres 2011“ entgegennehmen konnte. Mit dabei Ehefrau Beate und, was in der Sache bezeichnend ist, der Stockheimer Marktleiter Michael Dursum sowie Kai Grasmück, der ebenfalls bei Lapp gelernt hat und demnächst einen neuen Rewe-Markt in Fulda übernimmt. So schließt sich der Kreis. Wobei der Firmenchef großen Wert auf den Hinweis legt, dass sich schon jetzt junge Leute bei ihm für einen Ausbildungsbeginn im Jahr 2012 bewerben können. Zehn neuen Lehrlingen bietet er Platz.