Sanierung des Hallenbads wird teurer als ursprünglich geplant
04.09.2010 - GEDERN
Rotstift bei Maßnahmen angesetzt - CDU-Antrag zu Projektsteuerer wird abgelehnt
(bg). Dass die Sanierung des Hallenbads teurer wird als ursprünglich geplant und dass deswegen Abstriche bei der Umsetzung gemacht werden müssen - das akzeptierte die Mehrheit der Gederner Stadtverordneten am Donnerstagabend während ihrer jüngsten Sitzung im Wappensaal. 2,765 Millionen Euro wird das Projekt nach aktuellem Stand der Dinge verschlingen. Das sind 220 000 Euro mehr als im vergangenen Jahr erwartet. Weil die Kosten nach der Prüfung der Angebote bei drei Millionen Euro lagen, setzte die Betriebskommission den Rotstift an. Das Sonnendeck und die Sauna fallen weg. Der Gastronomie-Bereich wird aufgewertet, bleibt aber entgegen früherer Planungen am alten Standort. Das Kinderbecken wird zwar vergrößert, allerdings nicht in der Form wie zunächst vorgesehen. Nicht durchsetzen konnte sich die CDU-Fraktion mit ihrem Eil-Antrag, die Sanierungsarbeiten von einem Projektsteuerer überwachen zu lassen.
Alleine im Bereich der Haustechnik, dazu gehören die Bereiche Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektrik, sind die Kosten laut Bürgermeister Stefan Betz um 550 000 Euro gestiegen. Der Umstand, dass sich das Becken nicht in der Zeit durchströmen lässt, die man vorhergesagt hatte, macht dabei alleine schon 300 000 Euro aus. Die Vorplanung sei nicht ausreichend genug in die Tiefe gegangen, erklärte der Rathauschef gegenüber dem Kreis-Anzeiger.
An diesem Punkt setzte Heinrich Orth den Hebel an, als er für seine CDU-Fraktion die Verpflichtung eines Projektsteuerers forderte, der die Aufgaben des Bauherren übernehmen solle. „In den vergangenen Tagen hat sich herausgestellt, dass die Kostenschätzung für die Schwimmbadtechnik offenbar zu niedrig angesetzt war. Hinzu kommen Mehrkosten für die Elektrotechnik in Höhe von 76 000 Euro. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Kostenschätzung für die Sanierung des Hallenbads mangelhaft aufgestellt worden ist“, erklärte der Christdemokrat. Die Stadt müsse jetzt nicht nur mehr Geld in die Hand nehmen, um das Bad auf Vordermann zu bringen, sondern habe wegen der zu niedrig angesetzten Kosten auch Fördergelder des Landes Hessen in Höhe von 180 000 Euro verloren. Sein Fazit: „Um weitere Stockfehler zu vermeiden, ist ein Projektsteuerer von Nöten.“
Die beiden in der Verwaltung beschäftigten Bausachbearbeiter seien mit der Aufsicht über die Sanierungsarbeiten überfordert. Zumal in Gedern aktuell zahlreiche Bauvorhaben umgesetzt würden: etwa der Neubau des Kindergartens, der Brunnenneubau, der Anbau an das Feuerwehrgerätehaus in Steinberg oder die Arbeiten an der Kläranlage Wenings. „Wir sprechen hier von einem Auftragsvolumen in Höhe von 8,5 Millionen Euro“, betonte Orth.
Knappe Entscheidung
Außerdem beklagte Orth, dass sowohl dem Magistrat als auch der Betriebskommission in jüngster Zeit Kostenaufstellungen mit zum Teil erheblichen Abweichungen vorgelegt worden seien. Dies habe zu einem „erheblichen Vertrauensverlust“ in das für die Planung und Ausführung eingesetzte Ingenieurbüro geführt.