"Rockbattle" in Wenings mit "Seven Hell" und "Ace of Hearts" endet mit Unentschieden
(jhk). Ein gelungenes Rockkonzert bedarf neben einer passenden Location, fähigen Tontechnikern und einem willigen Publikum vor allem einer guten Band. Und davon gab es beim zweiten "Rockbattle" der Freiwilligen Feuerwehr Nieder-Seemen in der Festhalle gleich zwei: die aus den Krautheads hervorgegangene Formation "Ace of Hearts" und Hessens beste Coverband, "Seven Hell".
Das musikalische Repertoire reichte dabei von 50er Jahre Rock´n´Roll über Punkrock und klassischen Hardrock bis zu Heavy Metal. Die Gruppen traten wie bereits bei der Premiere Anfang vergangenen Jahres abwechselnd auf, jede Formation spielte zweimal.
Los ging es mit "Ace of Hearts" und Steppenwolfs Hippie-Hymne "Born to be wild" aus dem Road-Movie-Klassiker "Easy Rider", bevor "Are you gonna be my girl" der australischen Retrorocker von Jet die Zuschauer erstmals aus der Reserve lockte. Das Sextett um Sängerin Carry, Bassist Scoddy, die Gitarristen und Sänger Ace und Sammy, Drummer Speedy und Keyboarder, Trompeter und Sänger Hightower zog das Publikum verdient auf seine Seite und motivierte es bei dem Ärzte-Klassiker "Zu spät" zum kollektiven Mitsingen. Die gelungene Bühnenshow mit Lichteffekten tat ein Übriges für das Gelingen des ersten Viertels. Mit Hardrock wie AC/DCs "Rock´n´Roll Train", dem Warlock-Klassiker "All we are" und der Nu-Metal-Hymne "In the end" von Linkin Park endete nach elf Songs der erste Auftritt von "Ace of Hearts".
"Seven hell" konterte zunächst mit dem Scorpions-Klassiker "Rock you like a hurricane". Spätestens bei "Boys of the Summer" gelang es Sängerin Anne in bester Rockröhrenmanier, das winterliche Tief "Daisy" und die Sorgen über einen eisglatten Heimweg aus den Köpfen des Publikums zu vertreiben. "Seven Hell" zeigte, dass sie den Titel "Hessens beste Coverband" zu Recht tragen. Bestes Beispiel dafür war die harte Version von Bob Dylans "Mighty Quinn", die eher an die Fassung der Schweizer Hardrock-Heroen von "Gotthard" als an Dylans Original erinnerte. Mit dem Guns´n´Roses-Hit "Sweet child o´mine" und einem brillantem Solo von Gitarrist Basti in Slash-Manier, Metalkrachern wie Iron Maidens Klassiker "Run to the hills" und Savatages "Gutter Ballet" endete die erste Hälfte des "Rockbattles".
"Ace Of Hearts" meldeten sich mit voller Wucht und den brachialen Klängen Rammsteins zurück. Als Bassist Scoddy schließlich Feuer spuckte und die Gitarre von Ace in bester "Ace-Frehley-Kiss-Manier" Funken sprühte, gab es kein Halten mehr und die Rockfans aller Altersklassen grölten "Highway to Hell" mit, sprangen bei "Narcotic" um die Wette, tanzten zu Chuck Berrys "Johnny B. Goode" oder pogten zu Blurs "Song 2". Nach 30 Liedern endete die Show der Band aus Hitzkirchen und Umgebung, die vielleicht auch einmal zu "Hessens bester Coverband" gekürt werden könnte, das Potenzial haben die Jungs allemal.
Die sieben Musiker von "Seven Hell" haben das vorgemacht und bei Auftritten in der Frankfurter "Batschkapp" oder beim "German Bowl" in der Commerzbank-Arena ihr Können vor großem Publikum bewiesen. Auch beim zweiten Auftritt an diesem Abend drehten sie noch einmal mit ohrenbetäubenden Songs wie "Fear of the dark", die Schlagzeuger Marek und Bassist Boris viele Freiräume ließen, richtig auf. Mit "Black Velvet", Whitesnakes "Here I go again", das Keyboarder Manu und den Gitarristen Simon glänzen ließ, "Zombie" und einem fantastischen "Paradise city" endete der Abend. Erst beim Verlassen der Halle rückte sich Tief "Daisy" mit starkem Schneefall wieder unliebsam in die Köpfe der zufriedenen Rockfans.