Musik- und Kunstschule ist Büdinger Aushängeschild
06.09.2010 - BÜDINGEN
(co). „Herzlichen Glückwunsch, MuKs!“ schloss Anselm Wild, Dozent für Schlagzeug und Percussion der Musik- und Kunstschule Büdingen seine hochamüsante Vorstellung. Er und einige andere Lehrer hatten „den etwas anderen Kommersabend“ zum 25-jährigen Bestehen der Schule am Samstag im Oberhof musikalisch umrahmt.
Musik aus der Zeit Mitte der achtziger Jahre, also aus der Gründungszeit, stand im Mittelpunkt des Unterhaltungsteils. Zu Beginn hatte der Vorsitzende des Vereins, Michael Gietzen, die Gäste begrüßt, darunter auch Jürgen Kasteleiner, den Vizepräsidenten des Hessischen Musikverbands, Stadtverordnetenvorsteher Bernd Luft, Bürgermeister Erich Spamer, den Ersten Stadtrat Manfred Hix, Mitglieder des Magistrats und des Stadtparlaments ebenso wie Gründungsmitglieder und langjährige Weggefährten.
Gietzen rollte in seiner Ansprache die Historie der MuKs auf. „Auch schon vor 25 Jahren schauten Kinder zu oft Fernsehen und Videos, waren zu vielen Reizen ausgesetzt, und Musikunterricht an den Schulen wurde häufig fachfremd oder gar nicht erteilt“, berichtete Gietzen. Dem entgegen wirken würde eine Institution, die Musik, Tanz, Theater und bildende Kunst unter einem Dach vereint. Dies hatte der Arbeitskreis Jugendarbeit der Stadt herausgefunden, zu dem auch Dieter Egner gehörte.
Er schrieb einen Brief an den „lieben Herrn Bürgermeister“, aus dem Gietzen schmunzelnd zitierte. Der damalige Rathauschef Eberhard Bauner machte sich stark für eine Musik- und Kunstschule, und so wurde am 17. Oktober 1985 der Verein gegründet.
Bauner, Dieter Egner, Gerhard Wagner, Gabriele Jakobi, Monika Schmelter, Helmut Schnierle und Friedhelm Mörschel waren die Gründungsmitglieder. Egner plauderte sehr erheiternd aus dem Nähkästchen über die Anfangszeit. „Von anfangs nur rund zehn Kindern im Vorschulalter im Malbereich waren es bis 1999 120 Kinder von vier bis 17 Jahren geworden“. Heute sind Axel Fahl, Claudia Wedell-Makosch und Martina Bartel-Herrmann für den Kreativ-Bereich zuständig. Die Kinder und Jugendlichen der MuKs gewinnen mit ihren Bildern landesweit Preise. Gietzen erläuterte dann weiter: „Auch musikalisch ist die MuKs hervorragend aufgestellt. Mehr als 30 Lehrer arbeiten mit über tausend Schülern im Alter von fünf bis achtzig Jahren zusammen. Unterricht wird auf den verschiedensten Instrumenten sowohl in klassischer als auch in moderner Musik erteilt.“ Unvergessen sei auch der Schulleiter Arno Dittrich, der viele Jahre die MuKs vorantrieb. „Auch unser jetziger Leiter Simon Ullmann verfolgt unsere Ziele nicht minder hartnäckig“. Vereinsvorsitzender Gietzen nannte die vier Sparten im Hause: qualifizierter Unterricht in Musik, Tanz, Theater und bildender Kunst. Die MuKs ist Veranstalter zahlreicher Konzerte der verschiedensten Art ebenso wie von Ausstellungen und Ballettaufführungen. Die Einrichtung hat ein gefragtes Streichorchester unter Leitung von Jaroslav Bilik, arbeitet mit allgemein bildenden Schulen und mit Vereinen an 34 Unterrichtsorten zusammen, veranstaltet Workshops und Wettbewerbe. Ihre Musiker umrahmen Veranstaltungen der Stadt und des Kreises musikalisch. Einige der Schüler arbeiten heute in berühmten Orchestern, wie etwa Ines Fehr bei der Berliner Philharmonie und Simon Bernstein bei der Philharmonie Südwestfahlen. Den guten Namen der Büdinger MuKs hob auch der Vizepräsident des HMV, Jürgen Kalesteiner, in seiner Ansprache hervor und überreichte zum Geburtstag den Ehrenteller des HMV. Bürgermeister Spamer und Stadtverordnetenvorsteher Bernd Luft bezeichneten die MuKs „als Aushängeschild und herausragenden Botschafter unserer Stadt“. Spamer betonte, musikalische und künstlerische Ausbildung fördere gleichermaßen die soziale Kompetenz und emotionale Stärke der Kinder und Jugendlichen. Luft versprach, sich auch in der Zukunft stets für die finanzielle Unterstützung der Schule durch die Stadt einzusetzen. Anselm Wild präsentierte sich im musikalischen Teil als exzellenter Entertainer und Sänger. Zusammen mit seinen Kollegen Christian Felke (Saxophon), Thomas „Charly“ Appel (Klavier) Katharina Padrok (Geang) und Simon Ullmann (Cello) brachte er Musik der achtziger Jahre, darunter auch von Udo Lindenberg, den er fantastisch parodierte. Das Publikum lachte Tränen.