Pamina und Helena Lenn sind die heimlichen Stars der Show
16.03.2010 - BÜDINGEN
(jm). Auf den zweiten Act nach der Pause hatten viele Besucher in Büdingens Willi-Zinnkann-Halle gewartet. Dort stand als Programmpunkt "Local Talent", und das waren bei der Show "Musicalfieber" die beiden Schwestern Pamina und Helena Lenn. Scheinbar ganz gelassen traten die 15- und die 11-Jährige auf die Bühne, trugen "Was ich fühl" aus dem Musical "Wicked - Die Hexen von Eastwick" so vor, als würden sie täglich nichts anderes tun, als vor hunderten von Leuten zu singen. Dabei war es der erste Auftritt auf großer Bühne, doch weder im Gesang noch in den Bewegungen standen die beiden Nachwuchskünstlerinnen ihren großen Vorbildern an Professionalität nach.
Das honorierte das Publikum mit viel Applaus. "Der Auftritt war super", waren sich Klassenkameraden, die extra wegen der Gesangseinlage von Pamina und Helena gekommen waren, einig. Auch Diana Perez (Sängerin der "Bottle Inspectors") war ganz begeistert. "Sie haben sich selbst übertroffen", schwärmte die Kusine.
Doch, ein wenig Angst habe sie schon gehabt, gestand Pamina später: "Man hört sich nur durch das Mikrofon, ganz anders als bei den Proben. Aber die Aufregung war eher hinter der Bühne, weniger beim Auftritt." Da hatten die beiden Mädchen schon Erfahrungen gesammelt, wie eine professionelle Musikshow funktioniert. Nachmittags war Soundcheck angesagt, und das Team stand für Fragen zur Verfügung. "Die waren alle sehr freundlich und haben die Mädchen gut aufgenommen", freute sich Mutter Evelyn Lenn, dass ihre Töchter nach dem Casting eine positive Erfahrung in Sachen Musical machen konnten, die den Berufswunsch, Musicaldarsteller zu werden, verstärkt hat.
Seit fünf Jahren ist die Show "Musicalfieber" auf europäischen Bühnen zu sehen. "Wir spielen mit drei Besatzungen an drei verschiedenen Orten gleichzeitig", sagte Veranstalter Matthias Sievert, der mit der Resonanz in Büdingen sehr zufrieden war. Die Mischung bekannter Hits von Evergreens auf Musicalbühnen und neuen Werken kam bei den 380 Besuchern in der Zinnkann-Halle gut an. Die 17 Darsteller, Sänger, Tänzer und Musiker, alles diplomierte Musicaldarsteller, wie Sievert betonte, tauschten die Kostüme im fliegenden Wechsel und überzeugten durch ihre Stimmen und die Tanzeinlagen. "Die Stimmen sind wirklich toll", war Erika Heil aus Wolf ganz angetan. Die 70-Jährige hatte die Eintrittskarte beim Kreis-Anzeiger gewonnen. "Die hat sich weiß Gott gelohnt", freute sich Heil.
Für Frank Weber war es eine Premiere. Er besuchte zum ersten Mal eine Musicalveranstaltung. "Es ist nicht schlecht, dass von jedem ein wenig gebracht wird. Das reizt zu mehr", bekannte der Bruchköbeler. Auf dem Programm standen Ausschnitte aus altbekannten Musicals, wie "Dirty Dancing", "Das Phantom der Oper", "Tanz der Vampire" "Zorro", "Sister Act" und "Hairspray", bis zu Neuerscheinungen wie "Elisabeth", der Abba-Mix "Mama Mia" sowie die Musik von Queen "We will rock you". Da verbreitete sich der Disco-Charme der 70er-Jahre, die düstere Atmosphäre von "Jekyll und Hyde" und der Humor von "Der Schuh des Manitu". Auch das Publikum wurde bei der dreistündigen Show miteinbezogen, klatschte und unterstützte die Akteure beim Mitsingen. Ein Faktor, der bei den Zuhörern nach anfänglichem Zögern gut ankam.
"Es ist schön, dass solche Sachen geboten werden", stellte Gitta Fillsack aus Bleichenbach fest, die mit Tochter Nina zur Unterstützung der Lenn-Schwestern gekommen war. Aber es gab auch einen Kritikpunkt: "Es wäre schön, wenn angezeigt würde, aus welchem Musical die Lieder stammen. Man kennt dann doch nicht alle", so Fillsack.
Insgesamt aber dürfte sich für die meisten Besucher der Wunsch der Darsteller erfüllt haben: "Öffnen Sie Augen, Ohren und Herzen und lassen Sie sich verzaubern."