Dienstag, 07. Februar 2012 13:37 Uhr
URL: http://www.kreis-anzeiger.de/lokales/wetteraukreis/altenstadt/7981121.htm

Kreis-Anzeiger

Altenstadt 

Mit Luftgewehr auf Kater geschossen

04.12.2009 - RODENBACH

(ten). "In dem Ausmaß ist mir das noch nicht vorgekommen in meiner 40-jährigen Laufbahn", beschreibt Polizeioberkommissar Wilhelm Landmann die Brutalität einer Tierquälerei, der vergangene Woche ein Kater in Rodenbach zum Opfer fiel.

Am Mittwoch ließen Ingrid und Edwin Berner ihren dreijährigen Kater Merlin wie gewöhnlich aus dem Haus. Seit ihre Kinder erwachsen sind, gilt dem anhänglichen Tier die besondere Liebe des Ehepaars. "Er frisst, holt seine Streicheleinheiten und dann geht er wieder raus", beschreibt Ingrid Berner das Verhalten des Katers. Seit er kastriert sei, beschränkten sich seine Ausflüge auf einen Radius von drei bis vier Häusern in der Nachbarschaft. Dementsprechend komme er nach wenigen Stunden wieder nach Hause.

Am Mittwochabend kehrte Merlin jedoch nicht zurück. Berners starteten eine Suchaktion, unterstützt von ihrer Nachbarin Christine Koch. Jedoch erfolglos. Erst am Samstagmorgen kehrte Merlin gegen 8.30 Uhr völlig verschmutzt zum Ehepaar zurück. "Da haben wir erst gedacht, er hat sich mit einem anderen Kater gezofft", beschreibt Ingrid Berner den ersten Eindruck. Was zunächst wie Dreck aussah, war aber Blut. Im Laufe des Wochenendes erholte sich Merlin nicht. Stattdessen ging es ihm täglich schlechter. Als er am Montag sehr apathisch war, beschloss Edwin Berner, zum Tierarzt zu gehen.

"Das muss ein Marder oder Fuchs gewesen sein" - so der erste Eindruck von Daniel Kilb bei der Untersuchung. Bei genauerem Nachsehen entdeckte der Tierarzt allerdings ein Luftgewehrprojektil, das im Kopf steckte. Deshalb entschloss er sich, Merlin zu röntgen. Auf den Aufnahmen waren dann weitere zwölf Geschosse zu erkennen. Zwar hat Kilb in seiner Praxis schon häufiger Fälle erlebt, in denen Nachbarn eine Katze mit dem Luftgewehr verscheuchten. Einen solchen Fall habe er aber noch nie gehabt.

Die Einschüsse konzentrierten sich an der Vorderseite des Katers, allein sechs Projektile habe er im Kopf gefunden. Ein Geschoss sei zwischen Halsschlagader und Speiseröhre in den Körper eingedrungen. "Am Kopf war Loch an Loch", beschreibt Ingrid Berner entsetzt.

Von den 13 Projektilen konnte Kilb bisher nur neun entfernen. Wegen der Lage der Geschosse im Körper war es teils zu riskant, sie zu entfernen. So sitzt ein Geschoss hinter dem Auge unmittelbar am Sehnerv. Auch seien die Projektile ungewöhnlich tief eingedrungen. "Es war Glück, dass nichts Lebenswichtiges verletzt war", meint der Tierarzt. Bis zu drei Zentimetern tief steckten sie in dem Kater. "Ich kann es schwer einschätzen, ob das ein handelsübliches Luftgewehr war oder ein Sportluftgewehr", wundert sich Kilb. "Es ist ungewöhnlich, dass ein Luftgewehr so eine hohe kinetische Energie hat."

Weil sich die Einschüsse nur an der Vorderseite des Katers befinden und er außerdem Quetschungen und Blutergüsse im Brustbereich hat, vermuten Kilb und die Eigentümer, dass der Täter Merlin eingeklemmt habe, um sein Opfer an der Flucht zu hindern. "Da hat man einfach eine Hinrichtung machen wollen", vermutet Ingrid Berner. Offenbar glaubte der Täter, als der Kater sich nicht mehr bewegte, das Tier sei tot, so dass Merlin nach Hause zurückkehren konnte.

Die Berners möchten, dass der Täter für seine brutale Tat zur Verantwortung gezogen wird. Hoffnung machen ihm dabei auch die langen Qualen des Katers. "Wenn der schreit, einer muss das doch gehört haben", vermutet es. "Manche wussten vielleicht nicht, was das war." Ingrid Berner hofft, dass Menschen ihre Beobachtungen jetzt anders einordnen und sich erinnern. Zusätzlicher Anreiz soll eine Belohnung von 100 Euro sein, die sie und ihr Mann für Hinweise auf den Täter zahlen wollen. Diese könnten auch anonym an die Polizeistation Büdingen (06042/96480) gehen.

Trotz der dreistündigen Operation gehe es Merlin den Umständen entsprechend relativ gut. Ob die restlichen Projektile entfernt werden könnten, müsse man beobachten, meint Kilb. In Anspielung auf die sprichwörtlichen sieben Leben einer Katze sagt er: "Davon hat er mindestens neun verbraucht."


BUNDESLIGA-TRAINER

Wetter

Mehr Wetter

Region

Sonderveröffentlichungen

Perspektive 2012

Perspektive 2012

Specials

  • Logo zum Special "Zeitungstreff" Zeitungstreff
  • Kruschel Anzeiger In unserem Online-Special finden Sie spannende Geschichten und Unterhaltung für Kinder, sowie Service Themen für Eltern.
  • Flughafen Frankfurt am Main Flughafenausbau Der Rhein Main Airport wächst - so wirkt sich das auf unsere Region aus

2 Wochen kostenlos Probelesen










Fuß Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
Ende der Seite Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
0.455561161041 Sekunden