„Sie haben uns in allen Lagen getragen und geeint“
18.08.2010 - HÖCHST
Kirchengemeinden Höchst und Oberau nehmen Abschied von Pfarrer Dr. Franc Prosenjak
(jm). Vielen Höchstern und Oberauern fällt der Abschied von Pfarrer Dr. Franc Prosenjak nicht leicht. Das zeigte sich am Gottesdienstbesuch beim Festgottesdienst sowie dem anschließenden Empfang zur offiziellen Verabschiedung nach 26 Jahren als Gemeindepfarrer, den die beiden Kirchengemeinden der Altenstädter Ortsteile organisiert hatten. Die Plätze in der Höchster Kirche reichten bei Weitem nicht aus; vor dem Gotteshaus waren Bänke mit Überdachung aufgebaut worden, deren Reihen sich schnell füllten. Und in der Gymnastikhalle waren nach dem Gottesdienst fast alle Plätze besetzt.
Viele Menschen wollten sich mit persönlichen Worten und Präsenten von dem langjährigen Ortspfarrer verabschieden. Auf dem Programm standen nicht nur Grußworte von Vertretern aus Kirche und Politik, von verschiedenen Gruppen der Kirchengemeinden und örtlichen Vereinen, sondern auch eine bunte Palette musikalischer Beiträge.
„Sie haben uns in allen Lagen getragen und geeint“, betonte Karl Frank, Vorsitzender des Kirchenvorstandes Oberau. Sein Kollege aus Höchst, Dieter Dietzel, erinnerte auch an die schwierigen Etappen von Prosenjaks Lebensweg. „Sie haben es durch Beharrlichkeit geschafft, den steinigen Pfad bis zum Ende des von ihnen gewählten Pfarrerlebens zu gehen.“ Damit es Prosenjak, der am kommenden Sonntag seinen letzten offiziellen Arbeitstag hat und dann in die Freistellungsphase der Altersteilzeit wechselt, im Ruhestand nicht langweilig wird, schenkten die beiden Kirchengemeinden ihrem scheidenden Pfarrer ein Fahrrad.
An dem Festgottesdienst in der Höchster Kirche wirkten neben Propst Matthias Schmidt Dekanin Sabine Bertram-Schäfer, Pfarrerin Renate Schubert und Pfarrer Johannes Schatz sowie die Kirchenvorstandsvorsitzenden Frank und Dietzel mit. Schmidt entband den seit 1984 in Höchst und Oberau wirkenden Prosenjak von seinen Amtspflichten und dankte im Namen der Kirchenleitung für die geleistete Arbeit. „In der Verkündigung und besonders bei den Hausbesuchen haben sie den Menschen immer wieder gezeigt: Ihr seid wichtig, Ihr seid Gottes Kinder“, so Schmidt. Mit dem Leitsatz „Gott schreibt auf den gewundenen Wegen unseres Lebens seine Geschichte“ stellte der Propst kurz die Lebensgeschichte des Vorruheständlers vor. In Slowenien geboren, studierte er katholische Theologie und wurde zum Priester geweiht. Schließlich fand er seinen Weg in die Evangelische Kirche von Hessen und Nassau; war von 1980 bis 1984 Pfarrer in Eschborn, anschließend in seinen jetzigen Gemeinden. Prosenjak habe sich seine Bodenständigkeit bewahrt und sei dicht an den Herzen der Menschen. Dies habe auch die Predigt, bei der Prosenjak zum Bibelwort „Wer glaubt, wird selig“ sprach, wieder gezeigt. Schmidt dankte auch der Familie, Ehefrau Gabriele und den drei Kindern. „So eine Arbeit ist nicht durchzuführen, wenn die Familie sie nicht mitträgt.“
Den besonderen Dank für die geleisteten Aufgaben im Dekanat überbrachte Dekanin Bertram-Schäfer. Prosenjak war viele Jahre Beauftragter für die Partnerschaft mit der Diözese Amritsar in Indien. Auch brachte er seine ökumenischen Kontakte in seine Tätigkeit mit ein. Besonders hob die Dekanin die Kollegialität und die gute Zusammenarbeit mit den Pfarrerskollegen hervor. Die Pfarrstelle für Höchst und Oberau sei ausgeschrieben, informierte Bertram-Schäfer. Zunächst übernimmt Pfarrerin Corinna Englisch-Illing die Vakanzvertretung, unterstützt von der Altenstädter Pfarrerin Heinke Wilms.
Musikalisch umrahmten der Posaunenchor SELK, der Gospelchor „Rainbow Singers“ aus Altenstadt, Christoph Brückner an der Orgel mit dem evangelischen Kirchenchor Rommelhausen und der gemischte Chor „Frohsinn“ Oberau den Gottesdienst. Anne Frank und Katarina Prosenjak trugen als Überraschung für den gebürtigen Slowenen zwei Lieder in Prosenjaks Heimatsprache vor.
Beim Empfang engagierten sich nicht nur viele Helfer, die das Schmücken der Halle übernommen hatten und für das leibliche Wohl der Gäste sorgten, auch sorgten zahlreiche Musikbeiträge für Kurzweil und Abwechslung.