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Schotten 

"Xynthia" hinterlässt erhebliche Spuren

06.03.2010 - SCHOTTEN

Nach dem Sturm hat im Forstamt Schotten die Aufarbeitung begonnen - Aber kein Vergleich mit "Kyrill"

(sw). Forstamtsleiter Dr. Bernd Ott und seine Mitarbeiter wirken gelassen. Der Sturm "Xynthia", der am vergangenen Sonntag über weite Teile Deutschlands hinwegzog, hat zwar erheblichen Schäden bewirkt, deren Ausmaß aber deutlich geringer sind als die Auswirkungen, die seinerzeit der Orkan "Kyrill" im Januar 2007 verursachte.

Nach einer vorläufigen ersten Schätzung sind mit rund 80 000 bis 100 000 Festmeter Windwurf beziehungsweise Windbruchholz zu rechnen, davon etwa ein Zehntel Buchenholz, wie der Forstamtsleiter bei einer Ortsbegehung mitteilte. Im Bereich der Großgemeinde Schotten sind voraussichtlich etwa 10 000 Festmeter Sturmschäden zu verzeichnen. Staatliche, kommunale und private Waldbesitzer seien gleichermaßen von den Schäden betroffen.

Unmittelbar am Wochenbeginn haben die Aufräumarbeiten begonnen. Nahezu alle verfügbaren Kräfte sind im Einsatz, auch die Auszubildenden Jan Uwe Störmer, Michael Kaib und Marian Emrich, die unter der Leitung von Forstwirtschaftsmeister Otto Hainz im Einsatz sind. "Solch eine Situation ist sicherlich auch eine wertvolle Erfahrung im Rahmen ihrer Ausbildung", ist sich Ott sicher.

"Wir haben eine krisenerprobte Mannschaft von professionellen Waldarbeitern", betont der Fortsamtsleiter weiter mit Blick auf sein insgesamt 23-köpfiges Team, das im Forstamt Schotten tätig ist.

Erste und vordringlichste Maßnahmen sind das "Aufschneiden" der Wege, um den Wald wieder befahrbar zu machen und die Infrastruktur wieder herzustellen. Erst dann lässt sich das ganze Ausmaß der Schäden wirklich ermitteln. Allerdings sind solch gewaltige Schadensnester wie bei "Kyrill" diesmal nicht zu beobachten, vielmehr einzelne oder in kleinere Gruppen umgestürzte Bäume.

Während in tieferen Lagen wie im Raum Schotten eher Windwurfschäden - hier sind die Bäume samt dem Wurzelteller umgefallen - zu verzeichnen sind, herrschen in den Hochlagen des Oberwaldes Windbruchschäden vor. Offensichtlich hat hier der noch gefrorene Boden den Wurzeln verstärkten Halt gegeben, so dass durch die Windgewalten die Stämme abgebrochen sind.

Bei den Aufräumungsarbeiten ist ein gewisser Zeitdruck vorhanden, denn etwa ab Mitte April wird der Borkenkäfer aktiv, und außerdem beginnt in Kürze auch die Brutzeit vieler Zugvögel. Dann muss, aus Gründen des Vogel- und Naturschutzes, in unmittelbaren Brutbereichen die Arbeit eingestellt werden. Zuerst, so Ott, wird die Buche aufgearbeitet, denn deren Holz ist verderblicher als das der Nadelhölzer und verliere bereits nach einem Vierteljahr Liegezeit deutlich an Wert.

Wegen des geringeren Schadensausmaßes gegenüber "Kyrill" sind im Forstamt hektische Maßnahmen unterblieben. So wird beispielsweise eine großflächige Durchforstung eines Buchenbestandes im Revier von Förster Helmut Daniel zunächst zu Ende geführt, bevor das erfahrene Waldarbeiterduo Thorsten Schlemmer und Esa Hippinen an die Aufarbeitung der Sturmschäden geht. Nach und nach werden dann auch Unternehmer vorrangig aus der heimische Region eingesetzt, um die Aufräumungsarbeiten zu beschleunigen. Bei der Aufarbeitung der Fichte wird dabei der maschinelle Einsatz im Vordergrund stehen.

Forstwirtschaftsmeister Otto Hainz und die beiden Azubis Uwe Störmer und Michael Kaib bei ihrem Einsatz im Waldstück unterhalb des Kreiskrankenhauses. Bild: WeilVergrößern

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