03. September 2010 03:45 Uhr
URL: http://www.kreis-anzeiger.de/lokales/vogelsbergkreis/landkreis/8070003.htm

Kreis-Anzeiger

Freitag, 03. September 2010 03:45 Uhr
Seite drucken
Suche



Inhalt Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zur rechten Spalte
Landkreis  

"Freundlicher" Berater veruntreute Kundengelder

19.12.2009 - VOGELSBERGKREIS

In 352 Fällen insgesamt 177 000 Euro bei Seite geschafft - Landgericht verurteilt 57-Jährigen zu vier Jahren Haft - Angeklagter gab Transaktionen zu

(uhg). Hätte der Angeklagte im Juli 2006 besser auf die eindringlichen Ermahnungen der Richterin am Amtsgericht Alsfeld gehört, wäre ihm einiges erspart geblieben. Da er aber unbeirrt sein kriminelles Tun fortsetzte, muss er jetzt für vier Jahre ins Gefängnis.

So das Urteil des Vorsitzenden Richters der zweiten Strafkammer am Landgericht Gießen. Der 57-jährige Angeklagte hatte zwischen Juli 2003 und Mai 2007 in insgesamt 352 Fällen Gelder seiner Kunden veruntreut. Der berechnete Schaden: 177 000 Euro.

Eine Absprache zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidiger, der auch die Kammer zustimmte, ermöglichte es, den Prozess ohne Anhörung von Zeugen, mit Ausnahme eines Polizisten, durchzuziehen. Der Angeklagte gab alle ihm vorgeworfenen Geldtransaktionen zu, dafür wurde ihm zugesichert, dass die Gesamtstrafe fünf Jahre nicht übersteigen wird.

Aus seiner beruflichen Tätigkeit heraus war es dem Angeklagten möglich, die Straftaten zu begehen, fasste die Staatsanwältin zusammen. Seit 1982 arbeitete der Angeklagte im Anlagengeschäft, zunächst noch für die Deutsche Vermögensberatung und andere Firmen, später selbständig. Er hatte einen großen Kundenstamm vor allem im Vogelsbergkreis zu betreuen.

Die Kunden, zumeist Arbeiter und kleine Handwerker, schilderten ihren "Berater" als freundlich und kompetent. Deshalb hatten sie ihm auch Blankovollmachten erteilt und ihm die Pins für Onlineüberweisungen angegeben. Um bei guten Angeboten schneller agieren zu können, so habe dies der Angeklagte seinen Kunden schmackhaft gemacht.

Die Staatsanwältin listete in ihrer Anklageschrift alle 352 Fälle auf. Die Beträge variierten meist zwischen 10 und 1000 Euro, überschritten aber 10 000 Euro nicht. Die Gelder ließ der 57-Jährige zu einem geringen Teil auf das Konto seiner ehemaligen Frau fließen, zum größten Teil aber dienten die widerrechtlichen Überweisungen dazu, die Lücken in den Konten der anderen Kunden zu stopfen. So erreichte er, dass die Kunden tatsächlich in einem Zeitraum von fünf Jahren ruhig blieben und darauf hofften, irgendwann doch wieder ihr Geld zurück zu erhalten.

2006 wurde der Angeklagte nach einer Anzeige und einer Hausdurchsuchung zu einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt. Damals war allerdings lediglich von Untreue in fünf Fällen die Rede. Von den Geldtransaktionen zwischen den Konten der Kunden war der Justiz damals noch nichts bekannt.

Trotz der deutlichen Worte der Richterin machte der Angeklagte weiter. Aus finanzieller Not, wie er jetzt einräumte. In diesem Zeitraum seien sein Haus und zwei Eigentumswohnungen versteigert worden, er habe zweimal den Offenbarungseid geleistet und schließlich habe sich auch seine Frau von ihm getrennt.

Auf seine prekäre finanzielle und private Lage wies auch sein Verteidiger hin. Sein Mandant werde nach besten Kräften versuchen, den Schaden wieder gut zu machen. Er beantragte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten, die Staatsanwältin hatte vier Jahre und sechs Monate gefordert.

Diesen Artikel ...

Lesezeichen anlegen bei ...

  • Favoriten
  • Mr. Wong
  • Del.icio.us
  • Linkarena
  • Digg
  • Webnews
  • Alltagz
  • Google
  • Yahoo

Bitte loggen Sie sich ein, um einen Kommentar zu diesem Artikel zu verfassen. Bitte registrieren Sie sich, wir wollen nach Möglichkeit keine anonymen Kommentare veröffentlichen. Die Redaktion sichtet jeden Kommentar und entscheidet, ob der Leserkommentar freigeschaltet wird. Beleidigungen, nicht nachprüfbare Behauptungen, erkennbare Unwahrheiten und/oder rassistische Andeutungen führen dazu, dass der Kommentar in jedem Fall nicht freigeschaltet wird - hier kostenlos registrieren.

... oder benutzen Sie unseren Anonym-Zugang: E-Mail-Adresse: anonym. Kennwort: anonym

Die Kommentare sind Meinungen der Verfasser.





Veranstaltungen

Kino

 

Tagesgeld-Vergleich
1 Ikano Bank
2,22 %
2 Bank of Scotland
2,20 %
3 Volkswagen-Bank direct
2,00 %
4 ING-Diba
2,00 %
5 Autobank
1,77 %
Laufzeit:3 Monate; Betrag 10.000 EURO
Festgeld-Vergleich
1 Autobank
2,07 %
2 Oyak Anker Bank
2,00 %
3 Ziraat-Bank
2,00 %
4 Sparda-Bank Hamburg
2,00 %
5 BKM Bausparkasse Mainz
1,76 %
Laufzeit:12 Monate; Betrag 10.000 EURO
Ratenkredit-Vergleich
1 PSD Bank Hannover
4,91 %
2 Ikano Bank
4,99 %
3 PSD Berlin-Brandenburg
5,11 %
4 Sparda-Bank West
5,11 %
5 Onlinekredit.de
5,40 %
Laufzeit:36 Monate; Betrag 10.000 EURO
Baugeld-Vergleich
1 SKG Bank
2,84 %
2 Europa
2,86 %
3 Hypovereinsbank
2,90 %
4 Cosmos direkt
2,92 %
5 Deutsche Bank
2,94 %
Laufzeit:10 Jahre; Betrag 100.000 EURO

Wetter

Mehr Wetter

Videos

Specials

Zeitungstreff

Logo zum Special "Zeitungstreff"

Netzgezwitscher

Symbolfoto zum Special Netzgezwitscher

E-Paper

Ausgabe vom Freitag, 03.09.2010

Weitere Sonderthemen


Fuß Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
Ende der Seite Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
0.4842441082 Sekunden