Es muss doch...
11.03.2010
Angesichts eisiger Temperaturen und noch immer weißer Schneefelder in Gärten und Wäldern muss an dieser Stelle einmal über das Wetter geredet werden. Ob beim Apotheker, Bäcker oder im Wartezimmer des Arztes - überall sprechen die Menschen in diesen Tagen über das Thema Nr. 1, den hartnäckigen Winter, der sich diesmal überhaupt nicht verabschieden will.
Da kommen diese Gedichtzeilen gerade recht: "Und dräut der Winter noch so sehr/ mit trotzigen Gebärden,/ und streut er Schnee und Eis umher,/es muss doch Frühling werden." Und in der dritten Strophe heißt es: "Blast nur, ihr Stürme, blast mit Macht!/ Mir soll darob nicht bangen;/ auf leisen Sohlen über Nacht/ kommt doch der Lenz gegangen."
Das Gedicht mit dem Titel "Hoffnung" stammt von Emanuel Geibel (1815 bis 1884), der etliche volkstümliche Lieder (zum Beispiel: "Der Mai ist gekommen") und auch patriotische Gedichte schrieb.
Den Älteren unter unseren Lesern kommt vielleicht die eine oder andere Zeile bekannt vor, denn als sie in die Schule gingen, wurden noch viele Gedichte auswendig gelernt. Es ist gut möglich, dass auch Geibels "Hoffnung" dabei war. Ich habe es nämlich im "Deutschen Blütenreigen" aus dem Nachkriegsjahr 1946 gefunden, einer Gedichtsammlung für das 5. bis 8. Schuljahr.