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Lauterbach 

Leben retten - nach dem Tod!

19.02.2010 - LAUTERBACH

Nur ein Prozent der Verstorbenen sind als Organspender geeignet - Heikles Thema für viele Menschen

Viele Jugendliche kennen Menschen, die schwer erkrankt sind, die mehrmals wöchentlich zur Dialyse müssen, oder die bereits ein Organ erhalten haben. Trotzdem ist die Zahl der Personen, die einen Spendeausweis haben, noch relativ gering, da noch sehr viele offene Fragen oder Ängste bestehen. Dies war der Anlass für ein Politikreferat, das in der Klasse 12 Asbü an der Vogelsbergschule gehalten wurde.

Im Jahre 2008 warteten 7 703 Menschen auf eine Niere, 815 auf ein Herz und 535 auf eine Lunge. Bekommen haben die wenigsten das für sie lebenswichtige Organ, 1 127 hatten das Glück eine Niere, 370 ein Herz und 257 eine Lunge zu erhalten. Die Kranken, die dringend ein solches Organ benötigen, erhoffen sich dadurch ein besseres Leben oder die Chance, das Leben zu verlängern. Unter den Betroffenen befinden sich sowohl junge als auch ältere Menschen.

Die Spende von Organen kann ein heikles Thema sein. Man fragt sich, ob - sollte man einen ausgefüllten Organspendeausweis bei sich tragen - die Ärzte einen Menschen vielleicht bei einem Unfall früher aufgeben, da sie vielleicht die Organe entnehmen möchten. Dies ist jedoch nicht so. Es ist wichtig einen solchen Organspendeausweis bei sich zu tragen, mit dem man einer Spende zustimmen, diese jedoch auch ablehnen kann. Sollte beispielsweise ein Unfallopfer einen solchen Ausweis nicht in der Tasche haben, werden die nächsten Verwandten gefragt, ob eine Spende möglich ist. Deshalb ist es besonders wichtig, den eigenen Willen mitzuteilen.

Es können Herz, Leber, Lunge, Niere, Bauchspeicheldrüse, Darm, Teile der Haut und der Blutgefäße, Knochen und Knorpelgewebe und Sehnen gespendet werden. Eine Entnahme ist jedoch erst nach einem von zwei unabhängigen Ärzten, die nichts mit der Entnahme oder der Einpflanzung zu tun haben, festgestellten Hirntod, möglich. Wichtig hierbei ist, dass das Herz-Kreislauf-System mittels einer Maschine am Laufen gehalten wird, da sämtlich Organe weiter durchblutet werden müssen, um die Funktionstüchtigkeit zu erhalten. Sollten diese Umstände gegeben sein, wird abgeklärt, ob der Verstorbene eine Organspende gewünscht hat.

Ein Vermittler der DSO, Deutsche Stiftung für Organtransplantation, oder von Europlant, internationale Vermittlungsstelle für Spenden, organisiert nun die Entnahme des Organs und ermittelt mittels der Warteliste den passenden Empfänger, der umgehend informiert wird. Auch der Transport des Organs wird bereits geklärt, um Wartezeiten zu vermeiden. Ob ein Organ tatsächlich für eine Spende geeignet ist, kann trotz laufender Untersuchungen im Vorfeld erst während der Entnahme geklärt werden. Diese finden in einem üblichen Operationssaal statt.

Viele Angehörige oder auch Betroffene befürchten eine Verunstaltung des Verstorbenen. Dies ist jedoch nicht so. Der Leichnam wird danach in einem würdigen Zustand dem Bestattungsunternehmen übergeben, während in einem anderen Krankenhaus das Organ des Toten in den fremden Körper eingepflanzt wird.

Conny Hentz-Döring (vorne, links) informiert sehr anschaulich die Klasse, die interessiert den Ausführungen folgt.Vergrößern

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