„Dies ist unsere letzte Chance die Eishalle zu erhalten“
07.02.2012 - LAUTERBACH
Vorstellung des Betriebskonzeptes verfolgten rund 200 Interessierte im „Lauterbacher Hof“
(cke). Rund um den „Lauterbacher Hof“ waren keine Parkplätze mehr zu finden, drinnen im großen Saal wurden die Sitzplätze knapp. Rund 200 Besucher interessierten sich für das Betriebskonzept, mit dem der Ende Dezember gegründete neue Eissport-Club Lauterbach 2012 (ECL) möglichst schon ab diesem Herbst die Eissporthalle wiedereröffnen, sanieren und wirtschaftlich betreiben möchte.
„Dies ist unsere letzte Chance, die Eishalle zu erhalten“, mahnte ECL-Vorsitzender Manfred Naumann eindringlich. „Wir sind auf eine breite Unterstützung aus der Bürgerschaft, der Politik und der Kreditwirtschaft angewiesen.“
Michael Poschen von der Vogelsberg Consult stellte das von ihm in enger Zusammenarbeit mit den ECL-Mitgliedern erstellte Betriebskonzept vor (siehe auch ausführliche Berichterstattung auf Seite 16), das anhand von Zahlen der Stadtwerke des letzten Betriebsjahres erstellt worden sei.
Engagiert warb Professor Stefan Winter von Bauart für eine Sanierung und Umschließung der Halle. Im Rahmen seiner Tätigkeit für die Technische Universität München habe er nach dem Einsturz der Halle in Bad Reichenhall eine Vielzahl von Eishallen untersucht. Konkrete Beispiele, was in Lauterbach zu tun sei, hatte er mitgebracht.
Anschaulich rekapitulierte er, wie es zu den Rissen in der Holzkonstruktion des Daches kommen konnte, in einer „unglücklichen Luftsituation und einem Gemisch von mal feucht-warmer und dann wieder sehr kalter Luft, in dessen Folge es an den Holzbindern tropfte und das Holz trotz Anstrich im Jahr 1997 die Feuchte aufgenommen habe und irgendwann gerissen sei. Was mit der Anbringung einer Aluminiumfolie unterhalb der Dachkonstruktion erreicht werden könne, belegte er mit einem Beispiel aus Diez, wo ein privater Eishallenbetreiber gute Erfolge erzielt habe, die Holzkonstruktion nun trocken sei und weniger Energie verbraucht werde, auch weil es in der Halle durch die Folie nun viel heller sei. Das Verpressen der Holzbinder mit einem speziellen Harz, die Verstärkung der Rahmenecken, den Einbau der Folie, das Installieren eines Monitoringsystems und eines einfachen Lüftungs-Systems durch Ventilatoren in den Giebelwänden nannte er als Maßnahmen, die umzusetzen seien. „Und um eine dauerhafte Stabilität zu erreichen, ist die bauliche Schließung ein Muss“, bekräftigte Winter.
„Die Kommunalpolitik hat ein großes Interesse an der Verwirklichung des Vorhabens“, betonte Kreisstadt-Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller. „Was macht die Stadt dafür? Sie stellt die fiktiven Abrisskosten in Höhe von 100 000 Euro zur Verfügung. Unsere Zusage steht“, sagte er. Mit dem ECL werde es eine Erbvertragsregelung geben, der Verein lege Bau-, Planungs- und Finanzkonzept vor. Im Falle einer Auflösung des Vereins werde die Halle wieder in städtischen Besitz übergehen. „Ich will das Projekt selber aktiv unterstützen, schließlich ist die Halle ein Alleinstellungsmerkmal für die Region, sagte der Rathauschef und erinnerte an sein „vergebliches Bitten“ um eine Kostenbeteiligung bei anderen Kommunen in der Vergangenheit. „Ich will mich gerne noch mal auf den Weg machen, vielleicht kann ich doch noch die eine oder andere Spende für den Verein beschaffen“, stellte er in Aussicht. Manfred Naumann dankte ihm für seine Unterstützung und einigen anderen Wohltätern für die bereits erfahrene finanzielle und praktische Hilfe. Von Armin Reuel nahm er noch am Abend die erste Spende in Höhe von 250 Euro entgegen, den Erlös einer Feier unter Freunden. (Siehe Seite 16 und 17)